Betriebswirtschaft
Rechnungsabgrenzung berechnen, mit Buchungssätzen
Gib den Betrag, den Zeitraum und den Abschlussstichtag ein: Der Rechner erkennt, ob eine transitorische oder antizipative Abgrenzung vorliegt, berechnet den Anteil des Geschäftsjahres und schreibt die Buchungssätze.
Rechnungsabgrenzung: welche und warum
Nach dem Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung gehören Aufwand und Ertrag in das Geschäftsjahr, in dem sie wirtschaftlich entstehen, nicht in das Jahr der Zahlung. Überspannt ein Vorgang den Abschlussstichtag, etwa eine Jahresmiete von November bis Oktober oder Zinsen für ein Halbjahr von September bis Februar, gehört ein Teil zu diesem und ein Teil zum nächsten Jahr. Die Abgrenzung nimmt diese Aufteilung vor.
Zwei Fragen entscheiden. Ist es Aufwand oder Ertrag? Und ist das Geld schon geflossen oder fließt es erst später? Wurde im Voraus gezahlt, gehört ein Teil des Gebuchten ins nächste Jahr: eine transitorische Abgrenzung, als aktiver oder passiver Rechnungsabgrenzungsposten. Wird erst am Ende gezahlt, ist ein Teil schon in diesem Jahr entstanden, aber noch nicht gebucht: eine antizipative Abgrenzung, als sonstige Forderung oder Verbindlichkeit.
Beispiel: 12.000 Euro Miete, am 1. November für ein Jahr im Voraus bezahlt. Am 31. Dezember sind zwei von zwölf Monaten vergangen: 2.000 Euro sind Aufwand dieses Jahres, 10.000 Euro des nächsten. Gebucht wird Aktive Rechnungsabgrenzung an Mietaufwand 10.000 Euro, am 1. Januar wird aufgelöst. Taggenau sind es 61 von 365 Tagen und 9.994,52 Euro: Nur die Zeitzählung unterscheidet sich.
Häufige Fehler
- Aktiv und passiv verwechseln: Ein im Voraus bezahlter Aufwand ist ein aktiver Posten, ein Anspruch auf eine künftige Leistung, keine Schuld. Die Frage, ob am Stichtag ein Anspruch oder eine Verpflichtung besteht, klärt es.
- Den falschen Teil abgrenzen: Antizipativ wird der Anteil dieses Jahres erfasst, transitorisch der Anteil der Folgejahre. Vertauscht ergibt sich der Komplementärbetrag.
- Den ersten oder letzten Tag weglassen: Vom 1. November bis 31. Dezember sind es 61 Tage, beide Enden eingeschlossen.
Häufige Fragen
Was unterscheidet transitorische und antizipative Abgrenzung?
Transitorisch wird ein bereits gebuchter, im Voraus gezahlter Betrag teilweise in die Zukunft verschoben. Antizipativ wird ein erst später gezahlter Betrag teilweise schon in diesem Jahr erfasst.
Tatsächliche Tage oder 30/360?
Im Unterricht und bei ganzen Monaten wird oft mit 30/360 gerechnet, das ergibt runde Zahlen; in der Praxis zählt man meist tatsächliche Tage. Der Rechner kann beides.
Warum wird der Rechnungsabgrenzungsposten im Folgejahr aufgelöst?
Weil der abgegrenzte Teil am ersten Tag des neuen Jahres zu dessen Aufwand oder Ertrag wird. Die Auflösung bringt ihn in die Gewinn- und Verlustrechnung des richtigen Jahres und schließt das Bilanzkonto.
Und wie wird die sonstige Forderung oder Verbindlichkeit ausgeglichen?
Bei Fälligkeit, wenn der ganze Betrag gezahlt wird: Ein Teil gleicht das Bilanzkonto aus, der Rest ist Aufwand oder Ertrag des neuen Jahres.
So funktioniert diese Berechnung
Anteil des Geschäftsjahres = Betrag × Zeit vom Beginn des Zeitraums bis zum Stichtag ÷ Dauer des Zeitraums. Anteil der Folgejahre = Betrag − Anteil des Geschäftsjahres. Antizipativ wird der Anteil des Geschäftsjahres abgegrenzt, transitorisch der Anteil der Folgejahre. Die Zeit wird in tatsächlichen Tagen gezählt, beide Enden eingeschlossen, oder nach 30/360: 360 × (Jahresdifferenz) + 30 × (Monatsdifferenz) + (Tagesdifferenz, der 31. zählt als 30.).