Aufschlag und Marge: der teuerste Unterschied

Der Aufschlag misst den Gewinn an den Kosten, die Marge misst ihn am Verkaufspreis. Es sind zwei Lesarten desselben Gewinns über verschiedene Nenner, und deshalb stimmen sie nie überein: 50 % Aufschlag entsprechen 33,3 % Marge, 100 % Aufschlag entsprechen 50 % Marge. Je größer der Aufschlag, desto weiter laufen die beiden Zahlen auseinander.

Die Verwechslung ist in beide Richtungen teuer. Wer 30 % Marge will und 30 % Aufschlag rechnet, erreicht tatsächlich 23 % Marge: sieben Punkte verloren, ohne es zu merken. Wer 40 % Aufschlag nennt und glaubt, eine Marge zu nennen, überschätzt seine Rentabilität um rund ein Drittel.

In der Handelspraxis arbeitet man häufig mit dem Kalkulationsfaktor, also der Zahl, mit der die Kosten multipliziert werden, um zum Preis zu kommen: Faktor 2 bedeutet 100 % Aufschlag und 50 % Marge. Das ist der schnellste Weg zu einer Preisliste, weil er die Prozentsätze und damit die Zweideutigkeit über die Bezugsgröße beseitigt.

Häufige Fehler

  • Den gewünschten Margen-Prozentsatz auf die Kosten anwenden: für 30 % Marge werden die Kosten durch 0,70 geteilt, nicht mit 1,30 multipliziert.
  • Den Aufschlag eines Unternehmens mit der Marge eines anderen vergleichen: es sind verschiedene Kennzahlen, und der Vergleich ergibt erst Sinn, wenn beide auf dieselbe Basis gebracht sind.
  • Vergessen, dass Einkaufskosten nicht Gesamtkosten sind: Transport, Lagerung und Retouren gehören dazu, sonst liegt die tatsächliche Marge unter der berechneten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Aufschlag und Marge?

Der Aufschlag ist der Gewinn geteilt durch die Kosten, die Marge der Gewinn geteilt durch den Verkaufspreis. Bei Kosten 100 und Preis 150 beträgt der Gewinn 50: der Aufschlag ist 50/100 = 50 %, die Marge 50/150 = 33,3 %.

Wie berechnet man den Verkaufspreis aus einer Zielmarge?

Man teilt die Kosten durch 1 minus die Marge als Dezimalzahl. Für 30 % Marge auf Kosten von 60 Euro: 60/0,70 = 85,71 Euro.

Was ist der Kalkulationsfaktor?

Die Zahl, mit der die Kosten multipliziert werden, um den Verkaufspreis zu erhalten. Ein Faktor von 1,5 entspricht 50 % Aufschlag und 33,3 % Marge.

Warum kann die Marge nie 100 % erreichen?

Weil die Marge der Anteil des Preises ist, der Gewinn ist. Eine Marge von 100 % hieße, dass der ganze Preis Gewinn ist, die Ware also nichts gekostet hat: der nötige Preis ginge gegen unendlich.

Wie diese Berechnung funktioniert

Gewinn je Stück: G = Preis − Kosten. Aufschlag: r = G/Kosten × 100, also Preis = Kosten × (1 + r/100). Marge: m = G/Preis × 100, also Preis = Kosten / (1 − m/100). Umrechnung: m = r/(1 + r) und r = m/(1 − m), mit r und m als Dezimalzahlen. Kalkulationsfaktor: k = Preis/Kosten = 1 + r. Die Marge liegt stets unter dem Aufschlag, und der Abstand wächst mit beiden: 100 % Aufschlag entsprechen 50 % Marge.