Wann man den ROI berechnet

Der ROI (Return on Investment, Kapitalrendite) misst das Ergebnis einer Investition im Verhältnis zu ihren Kosten: Nettogewinn geteilt durch Gesamtkosten, in Prozent. Weil es sich um ein Verhältnis handelt, lassen sich damit ganz unterschiedlich große Vorhaben vergleichen: 3.000 € Gewinn auf 10.000 € Einsatz und 300.000 € auf 1.000.000 € ergeben denselben ROI von 30 %.

Wie gut die Zahl ist, hängt davon ab, was im Nenner steht. Die Gesamtkosten sind mehr als der Kaufpreis: Transaktionsgebühren, Steuern, Notarkosten, Renovierungsarbeiten, Werbebudget und aufgewendete Arbeitsstunden gehören zur Investition. Wer sie weglässt, bläht das Ergebnis auf und macht jeden Vergleich zwischen Alternativen unbrauchbar.

Die wichtigste Grenze des ROI ist, dass er die Zeit ignoriert: 30 % in einem Jahr sind nicht dasselbe wie 30 % in zehn Jahren. Deshalb weist der Rechner zusätzlich den annualisierten ROI aus, also die jährliche Wachstumsrate (CAGR), die — auf die Gesamtkosten über die angegebene Laufzeit angewendet — genau zum Endwert führt. Das ist der richtige Maßstab, um Investitionen unterschiedlicher Dauer zu vergleichen.

Rechenbeispiel: 10.000 € investiert, keine Nebenkosten, Endwert nach 3 Jahren 13.000 €. Der Nettogewinn beträgt 3.000 €, der ROI 3.000 / 10.000 = 30 % und der annualisierte ROI (13.000 / 10.000)^(1/3) − 1 = 9,14 % pro Jahr. Kämen 500 € Gebühren hinzu, stiegen die Gesamtkosten auf 10.500 € und der ROI fiele auf 23,81 %.

Häufige Fehler

  • Nur durch den Kaufpreis teilen und Gebühren und Steuern vergessen: der ROI fällt höher aus, als tatsächlich angekommen ist.
  • ROI von Vorhaben unterschiedlicher Dauer ohne Annualisierung vergleichen: so wirkt eine lange, mittelmäßige Anlage attraktiv.
  • Zwischenzahlungen wie Kupons, Dividenden oder Mieten vergessen: sie gehören zum Endwert, sonst wird die Rendite zu niedrig ausgewiesen.
  • Den ROI als Risikomaß lesen: er sagt, was ein Vorhaben gebracht hat, nicht wie wahrscheinlich sich das Ergebnis wiederholt.

Häufige Fragen

Wie lautet die ROI-Formel?

ROI = (Endwert − Gesamtkosten) / Gesamtkosten × 100, wobei die Gesamtkosten die Anfangsinvestition plus alle Nebenkosten sind. Das Ergebnis ist der Gewinn in Prozent des eingesetzten Betrags.

Was ist der Unterschied zwischen ROI und annualisiertem ROI?

Der ROI ist die Gesamtrendite des ganzen Vorhabens, unabhängig von der Dauer. Der annualisierte ROI rechnet sie unter Berücksichtigung des Zinseszinses auf ein Jahr um: (Endwert / Gesamtkosten)^(1/Jahre) − 1.

Kann der ROI negativ sein?

Ja, sobald der Endwert unter den Gesamtkosten liegt. Ein ROI von −20 % bedeutet, dass ein Fünftel weniger zurückgekommen ist, als eingesetzt wurde.

Berücksichtigt der ROI Inflation und Steuern?

Nein: die Zahl ist nominal und brutto. Für eine reale Rendite sind die Steuern auf Kapitalerträge abzuziehen und der inflationsbedingte Kaufkraftverlust im Zeitraum einzurechnen.

Wie berechnet man den ROI einer Marketingkampagne?

In den Endwert gehört der Deckungsbeitrag, den die Kampagne erzeugt hat, nicht der Umsatz, und in die Kosten alles, was die Kampagne gekostet hat, interne Arbeitsstunden eingeschlossen. Ein ROI auf Umsatzbasis überschätzt das Ergebnis systematisch.

So funktioniert diese Berechnung

ROI = (Endwert − Gesamtkosten) / Gesamtkosten × 100, wobei Gesamtkosten = Anfangsinvestition + zusätzliche Kosten. Der Nettogewinn ist Endwert − Gesamtkosten. Der annualisierte ROI ist der äquivalente jährliche Zinseszinssatz: (Endwert / Gesamtkosten)^(1/Jahre) − 1 in Prozent; er wird nur berechnet, wenn eine Laufzeit angegeben ist.